Claude an cartastrophy.at angebunden: Was nötig war, was jetzt geht

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Vor einigen Wochen kam mir die Idee: Warum nicht Claude direkt an cartastrophy.at anbinden, statt Texte immer hin- und herzukopieren? Mittlerweile läuft das seit einer Weile im Alltag, Zeit für eine nüchterne Dokumentation, was dafür nötig war und was jetzt tatsächlich möglich ist. Ohne Zugangsdaten natürlich, die bleiben da, wo sie hingehören.

Die Ausgangslage

cartastrophy.at läuft selbst gehostet, nicht auf WordPress.com. Der offizielle WordPress.com-Connector von Claude funktioniert zwar auch für selbst gehostete Seiten, aber nur über Jetpack und mit einem kostenpflichtigen Jetpack-Tarif. Für eine einfache Blogseite war mir das zu viel Aufwand und zu teuer. Die Alternative: ein Plugin, das die eigene Seite selbst zu einem sogenannten MCP-Server macht. MCP (Model Context Protocol) ist die Schnittstelle, über die Claude externe Werkzeuge wie eben WordPress bedienen kann.

Technische Vorarbeiten

Bevor überhaupt ein Plugin ins Spiel kam, mussten ein paar Grundlagen stimmen. Die Permalinks liefen noch auf die alten, schlichten Adressen im Stil von ?p=686. Die REST-Schnittstelle von WordPress, über die MCP funktioniert, braucht aber „schöne“ Permalinks, sonst landet man auf einer 404-Seite. Also wurde unter Einstellungen → Permalinks auf „Beitragsname“ umgestellt.

Zweite Baustelle: Die WordPress-Adresse stand noch auf http, die Website-Adresse schon auf https. Diese Mischung kann bei der Anmeldung über OAuth Probleme machen, deshalb wurden beide Adressen unter Einstellungen → Allgemein vereinheitlicht.

Ein eigener Benutzer statt Admin-Zugang

Der wichtigste Punkt aus meiner Sicht: Claude bekommt keinen Administrator-Zugang, sondern einen eigenen WordPress-Benutzer mit der Rolle Redakteur. Diese Rolle kann Beiträge, Seiten und Kategorien anlegen und bearbeiten sowie Medien hochladen. Sie kann aber keine Benutzer verwalten, keine Einstellungen ändern, keine Plugins oder Themes anfassen und auch keine Menüs oder Widgets bearbeiten. Das ist keine Formalität, sondern eine echte technische Grenze, die WordPress selbst durchsetzt.

Eine Stolperfalle gab es beim ersten Verbindungsversuch: Ich war im Browser noch mit meinem eigenen Konto angemeldet, und die Freigabe lief prompt über meinen Administrator-Zugang statt über den eigens dafür angelegten Redakteur. Also Connector getrennt, im Browser abgemeldet, neu verbunden, diesmal bewusst mit dem KI-Benutzer eingeloggt. Seitdem bekommt Claude bei Anfragen zu Benutzern oder Einstellungen zuverlässig eine Fehlermeldung wegen fehlender Berechtigung, genau wie es sein soll.

Das Plugin und die Verbindung

Installiert wurde ein MCP-Server-Plugin aus dem offiziellen WordPress-Plugin-Verzeichnis, das nach der Aktivierung einen eigenen Endpunkt für die Schnittstelle bereitstellt. Die Anmeldung läuft über OAuth 2.1: In Claude wird unter Einstellungen → Connectors ein sogenannter „Custom Connector“ mit dieser Adresse eingetragen. Claude öffnet daraufhin die normale WordPress-Anmeldeseite, dort wird man wie gewohnt eingeloggt und bestätigt die Freigabe. Es müssen dabei keine Passwörter oder Zugangs-Tokens irgendwo eingetippt oder gespeichert werden, das übernimmt der Anmeldevorgang selbst.

Was jetzt tatsächlich möglich ist

In der Praxis läuft das inzwischen so: Ich beschreibe ein Thema oder liefere Stichpunkte, Claude schreibt einen Entwurf direkt in WordPress, recherchiert dafür bei Bedarf im Web und prüft Fakten gegen mehrere Quellen. Bestehende Beiträge lassen sich ebenso bearbeiten, etwa um Tippfehler und Formatierungsfehler zu beheben, wie kürzlich in einem größeren Durchgang durch die gesamte Sammlung. Neue Kategorien lassen sich anlegen, Beiträge einsortieren, Seiten wie das Impressum oder eine neue Datenschutzerklärung erstellen und verknüpfen.

Etwas, das ich am Anfang nicht erwartet hätte: Claude kann auch eigene Grafiken per Code zeichnen, etwa das Banner für die Startseite, und diese direkt in die Mediathek hochladen. Fremde Fotos oder Logos verwendet es dabei bewusst nicht, um keine Urheberrechte zu verletzen. Über einen zusätzlich verbundenen Google-Drive-Zugang kann Claude sogar meine Tragestatistik-Tabelle auslesen und daraus Empfehlungen ableiten, welche Uhr als nächstes an der Reihe wäre.

Wo die Grenzen liegen

Neben den absichtlich gesetzten Rechte-Grenzen gibt es auch eine technische Einschränkung, die ich erst durch einen Fehler gelernt habe: Individueller HTML-Code, etwa ein eingebettetes Google-Diagramm, wird beim Speichern durch den KI-Benutzer aus Sicherheitsgründen automatisch entfernt. Ein Beitrag mit einem eingebetteten Diagramm verlor dadurch einmal seinen Code komplett und musste von mir per Hand wiederhergestellt werden. Solche Beiträge fasst Claude seitdem grundsätzlich nicht mehr an.

Design-Änderungen am Theme selbst, etwa neue Menüpunkte, Widgets im Footer oder ein Banner im Seitenkopf, muss ich weiterhin selbst im Website-Editor umsetzen. Claude kann dafür aber fertigen Code liefern, den ich nur noch einfügen muss.

Meine Spielregeln

Claude legt Beiträge grundsätzlich nur als Entwurf an, veröffentlicht wird ausschließlich von mir, nachdem ich den Text gelesen habe. Vor größeren Änderungen an bestehenden Beiträgen steht ein Backup. Und weil jetzt mehr Daten im Spiel sind als vorher, vor allem durch die eingebettete PTB-Uhr und den Kommentarbereich, gibt es inzwischen auch eine ordentliche Datenschutzerklärung auf der Seite.

Unterm Strich: Der Aufwand für die Einrichtung war überschaubar, vielleicht eine Stunde inklusive aller Korrekturen unterwegs. Was seitdem an Zeit beim Schreiben und Pflegen der Seite gespart wird, ist deutlich mehr.

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